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OHNE DANGAST GEHT'S NICHT

BILDER & TEXTE

ERNST VOLLAND & ACHIM ENGSTLER

Ausgangspunkt des vorliegenden Buchs waren die Mitte bis Ende der 60er Jahre entstandenen kleinformatigen Tuschezeichnungen Ernst Vollands, die sich der speziellen Dangaster Atmosphäre und Erlebnissen im Hause Radziwill verdanken. Volland, seinerzeit Schüler am Vareler Lothar-Meyer-Gymnasium, legte die aus dem Handgelenk entstandenen Arbeiten seinem Kunstlehrer Gert Kleimann vor, der ihnen eine „1 mit Stern“ zuerkannte, aufgrund bescheidener Unterrichtsleistungen insgesamt jedoch nur „gerade so eine 2-“ vergab.

Achim Engstler sah die Zeichnungen zum ersten Mal während der Entstehung von Vollands Buch „Eingebrannte Bilder, Plakate, Cartoons, Buntstiftbilder, Fakes und Dokumente“ (Berlin: Hirnkost 2018). Er benotete nicht, begann stattdessen, Texte zu verfassen, inspiriert von Volland, Dangast und seinen eigenen Erlebnissen im Hause Radziwill. Volland reicherte den Fundus mit Federzeichnungen aus derselben Zeit an, nahm die Tuschetechnik in einer Serie von Früchten und Gemüsen wieder auf; Engstler schrieb.

Blick ins Buch

Volland & Engstler

ERNST VOLLAND
Vor Ort. Der Weg hinein führt durch eine Allee und dann scharf links in die Sielstraße. Seit Jahrzehnten gehe ich diesen Weg zum Radziwill Haus, weiter am ehemaligen Backsteinbau meines Vareler Kunsterziehers Gert Kleimann linkerhand vorbei bis zum Siel. Vor mir das Herz von Dangast, Tapkens Kurhaus. Rhabarberkuchen, mit Sahne, stiller Genuss. Einen Schlenker zur Klause mit der Absicht, ab neun Uhr ein Bier draußen zu trinken, heute könnte es den perfekten Sonnenuntergang geben. Doch jetzt noch kurz bei Ulrike die Aufwartung gemacht. Sie ist nicht im Laden. Wir werden uns sicherlich sehen, morgen in der Galerie. Der erste Rundgang, alles noch am richtigen Platz. Zurück durch ein Wäldchen zu Konstanze ins Haus, die Freundschaft auffrischen, die nie aufhört. Bett unterm Dach. Angekommen. Nachts Regen. Spaziergang in der Frische auf dem Deich. Wind. Schafe, Vögel, der Blick nach Wilhelmshaven. Wieder Ebbe. Zum Kurhaus, Rhabarberkuchen, so gut; am Haus meines Kunsterziehers vorbei ins Radziwill Haus. Später am Eisengeländer entlang zur Klause, Ulrike sitzt davor. „Konstanze kommt gleich vorbei“, sagt sie, „und später Werner mit seiner Frau.“ Vielleicht kommt Achim auch.
Geboren 1946 in Bürgstadt/Miltenberg Main. Aufgewachsen in Wilhelmshaven. Abitur 1967 in Varel. Seit 1968 in Berlin. Seit 1964 regelmäßig in Dangast.

ACHIM ENGSTLER

Geboren und aufgewachsen in Wilhelmshaven, schon als Jugendlicher mit Freundin und Fahrrad um den Jadebusen ins Dangaster Kurhaus gefahren. Studium in Göttingen und Münster, Promotion in Philosophie, Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten. Seit 1997 freiberuflich tätig als Autor und Dozent in der Erwachsenenbildung. 1998/99 wohnhaft in Dangast, seither in Varel. Literarische Tätigkeit seit 2008, überwiegend in Schreibgemeinschaft mit der Münsteraner Autorin Astrid Dehe, die lange Zeit nicht glauben wollte, dass es in Dangast Flut gibt. Engagiert in Autorenverbänden; seit 2014 Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, seit 2018 im VS. Die Freundschaft mit Ernst Volland begann vor einigen Jahren im Franz Radziwill Haus, wo sonst, und trotzt den Gezeiten.


Bücher (in Auswahl):
Kafkas komische Seiten. Göttingen: Steidl 2011
Auflaufend Wasser. Novelle. Göttingen: Steidl 2013; Frankfurt a. M.-Wien-Zürich: Büchergilde Gutenberg 2014; München: dtv 2015
Nagars Nacht. Göttingen: Steidl 2014; engl. unter dem Titel Eichmann’s Executioner. New York: The
New Press 2017
Der flüchtige Ruhm des Herrn Neubronner. München: dtv 2017
(alle gemeinsam mit Astrid Dehe)
Was geht da vor, Sophie? Der Roman des Grafen Aldenburg. Oldenburg: Isensee 2018