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Die aktuelle Notwendigkeit zur Erforschung und Gewinnung von neuen Heilmitteln und Therapieverfahren hat triftige medizinische Gründe:

Trotz wachsender Erkenntnisse über genetische, biochemische und zellbiologische Grundlagen von Erkrankungen und über die Wirkmechanismen für ihre erfolgreiche Behandlung bleiben nicht nur zahlreiche Fragen offen, sondern auf Grund ihrer Dynamik und Komplexität entstehen ständig neue Probleme. Denken wir dabei nur an die ungelösten Fragen zu erfolgreicheren, spezifischeren und damit schonenderen Therapien bei den vielgestaltigen Tumorerkrankungen (im Volksmund oft fälschlicherweise nur auf „den Krebs“ reduziert), an die große Komplexität der Stoffwechsel- und Basiserkrankungen von Organen (Herz-Kreislauf-, Diabetes-Erkrankungen etc.) und neuerdings vor allem an die besorgniserregend zunehmenden Resistenzen von Erregern gegen die derzeit vorhandenen Antibiotika und Virostatika (resistente Keime in Kliniken etc.).

Zudem werden, umweltbedingt und biologisch-genetisch begründbar, neue Ausbildungen von Erregerresistenzen niemals einen Abschluss finden, so dass vorbeugende Maßnahmen und Forschungen nach entsprechend neuen Antibiotika und Virostatika dauerhaft notwendig bleiben. Absehbar ist ebenenfalls, dass sich mit dem zunehmenden Älterwerden der Bevölkerung das Krankheitsspektrum erweitert und lösbare Therapiemöglichkeiten erfordert. Beide Tatbestände verlangen damit nicht nur medizinische Lösungswege, sondern in hohem Maße auch politisch relevante Entscheidungen weltweit.

Die nahezu uralte Frage „Wie hilft sich die Natur und wie kann sie im Krankheitsfall uns Menschen helfen?“ bleibt eine der aktuell konkreten Forderungen nach einer fortlaufenden Suche von neuen, spezifischen und nebenwirkungsarmen Heilmitteln aus den großen Reservoiren von Land- und zunehmend aus denen der noch längst nicht ausgeschöpften von Meeresorganismen. Besonders im Zusammenhang mit den heutigen Möglichkeiten der Strukturaufklärung, des biotechnologischen und pharmazeutisch-chemischen Nachbaus (Retrosynthesen) einschließlich wirkungseffektiver Variationen von Heilmitteln, sowie ihrer Testung vom Labor bis zur klinischen Anwendung können positive Antworten auf diese Frage von entscheidender Bedeutung werden.

Einen treffenden strategischen Hinweis auf die erfolgreiche Suche nach Naturstoffen mit Heilwirkung gab und gibt auch heute noch die bereits von Paracelsus im frühen 16. Jahrhundert aus der Erfahrung abgeleitete Erkenntnis, dass einige giftige Naturstoffe in niedrigen Dosierungen durchaus Heilwirkung auf menschliche Krankheitssymptome haben können („Kein Ding und jedes Ding ist Gift; es kommt nur auf die Dosis an, in der man es genießet“).

Diese Erkenntnis war bei der Suche nach Heilmitteln aus Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen des Landbodens bereits seit frühesten Zeiten eine der bedeutenden Orientierungshilfen. Für die erst seit wenigen Jahrzehnten begonnene Heilmittelforschung aus bodenständigen niederen Meeresorganismen ist sie das ebenfalls, indem sie auf deren Abwehrstoffe (spezielle Gifte) abzielt, die diese lebens- und arterhaltend während ihrer Evolution entwickelt haben.
Die bereits seit mehreren Jahrtausenden für Landorganismen, vornehmlich für zahlreiche Pflanzenarten, vorliegenden empirischen Angaben (Erfahrungswerte) zu Heilstoffen konnten allerdings erst im Laufe des 19., vor allem aber des 20. Jahrhunderts auf Grund fundamentaler naturwissenschaftlicher Erkenntnisfortschritte, exzellenter labortechnischer Entwicklungen und einem immer breiter werdenden Spektrum von hoch sensiblen Gewinnungs- und Nachweismethoden auf wissenschaftlicher Basis bestätigt oder widerlegt werden. In historischer Abfolge wird in den Kapiteln 3 und 4 auf diese Problematik mehrfach eingegangen.

Für die Forschung über Heilmittel bodenständiger niederer Meeresorganismen (Schwämme, Algen, Korallen, Pilze, damit in Symbiose lebende Mikroorganismen und Kleintiere etc.) kann hingegen bereits die aktuell fortgeschrittendste wissenschaftliche Basis der Heilmittelforschung für gesicherte Ergebnisse genutzt werden, da dieses Spezialgebiet der Meeresforschung auf Grund der seit etwa einem halben Jahrhundert zunehmend besseren schifffahrtstechnischen Möglichkeiten zur Entdeckung, Bergung, Systematisierung und Testung dieser Meeresorganismen erst wenige Jahrzehnte gezielt bearbeitet wird. Dadurch können klinisch bereits nutzbare Ergebnisse nur eingeschränkt erwartet werden. Allerdings zeigte sich mit Stand zu Anfang des Jahres 2017 aus bislang entdeckten marinen Wirkstoffen bereits eine beträchtliche Anzahl im Laborversuch an Zellkulturen und in Tierversuchen als wachstumshemmend gegen verschiedene Tumorzellarten oder als antibakteriell, antiviral und entzündungshemmend wirksam. Detaillierte Angaben hierzu erfolgen im Kapitel 5 dieser Schrift.

In den Kapiteln 6, 7 und 8 wird eine vergleichbare Übersicht zu laufenden Forschungsstrategien mit ebenfalls hohen Erwartungen und ersten Erfolgen gegeben, besonders zu den bereits in klinischer Anwendung befindlichen neuen Verfahren zur Immuntherapie von Tumoren, zur Antikörpertherapie der Alzheimer-Demenz und zur Antibiotika-Entwicklung.

Wir haben uns entschlossen, diese hochkomplexen biochemisch-immunologische und genetische Mechanismen umfassenden Strategien aus zwei wesentlichen Gründen aufzunehmen und auch für den fachfremden Leser wenigstens einigermaßen verständlich zu erläutern: Erstens, die Mehrzahl der genutzten Wirkstoffe sind humanen und/oder mikrobiellen, also ebenfalls natürlichen Ursprungs. Zweitens, sie könnten für die Therapie der bislang schwer oder nicht heilbaren Tumorenerkrankungen trotz der derzeit noch mit erheblichen Nebenwirkungen verbundenen Anwendungen einen erhofften Durchbruch bringen.

Jedoch, nicht verschwiegen werden sollen dem Leser die trotz der dringenden Notwendigkeit bei der Suche nach neuen Heilmitteln auftretenden Probleme:

1. Die Suche eines möglichen Heilmittels aus natürlichen Quellen entspricht derzeit und wahrscheinlich auch weiterhin noch dem „Suchen einer Nadel im Heuhaufen“, ist vielfach durch Zufall geprägt, erfordert für alle Schritte seiner Gewinnung eine umfangreiche und reibungslose Kooperation der notwendigen  Partner und ist bereits bis dahin enorm kostenintensiv.

2. Einem in Labortesten an Zellkulturen oder in Tierversuchen gefundenen möglichen Heilmittel steht mit der gesetzlich geforderten und wissenschaftlich begründeten Testfolge bis zu seiner medizinischen Einführung als  Medikament für die menschliche Behandlung nochmals ein mit Unsicherheiten behafteter sehr langer, wiederum aufwendiger und kostspieliger Weg bevor.

3. Aufgefundene antibakteriell und antiviral wirksame Heilmittel sind zeitlich nur wirksam, so lange nicht Veränderungen im genetischen Apparat der Krankheitserreger zu deren Resistenzen führen. Das Problem resistenter Keime zwingt damit zu ständig neuer Suche und nach Entwicklungen entsprechend wirksamer Medikamente.

Trotz dieser Probleme wird derzeit die Suche nach neuen Heilmitteln aus natürlichen Quellen – besonders aus denen des Meeres – mit Optimismus und hoher Intensität betrieben. Dies äußert sich in hoher Kooperations- und Vernetzungsbereitschaft zwischen erforderlichen Forschungseinrichtungen.

Weitere wesentliche Ziele für eine sachlich objektive Urteilsfindung durch die Leser haben unsere Ausführungen aber noch: Sie mögen aus ihnen erkennen, dass ein bereits früher und oft leider auch heute noch von Kenntnisdefiziten, von fachwissenschaftlich-medizinischen Fehldeutungen, von wahrheitsgetarnten Falsch- und Pseudoinformationen (im aktuellen Sprachgebrauch „medizinischen Fake News“) und von einem meist gewinnsüchtigen Hintergrund geprägtes Verhalten verhängnisvolle Folgen haben muss.

Für die in den Kapiteln 5 bis 8 aufgezeigten strategischen Entwicklungen ist uns daher eine sachliche Beurteilung besonders wichtig: Wir befürworten jederzeit eine positive Haltung gegenüber hoffnungsgebenden Ankündigungen und bereits gesicherten Heilungserfolgen, nicht aber euphorische Lobpreisungen, wenn Anwendungserfolge noch keinesfalls gesichert sind. Unbegründet erweckte Erwartungshaltungen können für betroffene Patienten enorme Schäden verursachen. Grundsätzlich, obwohl nicht Gegenstand dieser Schrift, distanzieren wir uns natürlich auch entschieden von bereits bekanntgewordenen und veröffentlichten, von Gewinnsucht geprägten und durch fehlende klare gesundheitspolitisch-rechtliche Regularien immer wieder erneut möglichen kriminellen Fällen aus der Folge Herstellerfirmen – Händler – Apotheken (besonders Zytostatikarezepturen herstellenden Apotheken) – Arztpraxen (besonders niedergelassene Facharztpraxen).

Ein weiteres Ziel unserer Schrift ist die Beseitigung der in breiten Schichten der Bevölkerung völlig unberechtigten einseitigen Verunglimpfungen von entweder der „Schulmedizin“ gegenüber der „Alternativmedizin“ mit Heilmitteln aus natürlichen Quellen oder umgekehrt. Zudem wird Erstere fälschlicherweise und oft abwertend ausschließlich mit „Chemie“ und Letztere mit „Natur“ verbunden. Es ist leider ein fataler Irrglaube, dass beispielsweise viele überlebenswichtige Antibiotika, Schmerz- und Herz-Kreislaufmittel und auch die in den Kapiteln 6 bis 8 behandelten monoklonalen Antikörper zur Tumortherapie und Peptide als antibiotisch wirkende Substanzen nicht natürlichen Ursprungs wären. Sie sind es nämlich zumeist, aber ihre natürlichen Quellen würden niemals ausreichen, den immensen Bedarf  zu decken. Also musste die Chemie ihren Aufbau und möglichst die Genorte ihrer natürlichen Quellen für ihre Biosynthese aufklären, um ihren Nachbau auf chemischem (Retrosynthese) bzw. biotechnologischem Wege zu ermöglichen.

Andererseits: Auch die reinen Chemotherapeutika sind wahrlich keine willkürliche Chemie, sondern medizinisch begründete, gezielt zur Heilung krankhafter und damit geschädigter biochemischer und physiologischer Prozessverläufe eingesetzte Medikamente.

Desweiteren: Die Einstufung von Nebenwirkungen der Medikamente im Vergleich zu ihren unerlässlichen Heilwirkungen wird zwar immer ein ernstes Problem bleiben. Völlig irreführend ist aber der leider noch sehr weit verbreitete Glaube, Heilmittel natürlicher Quellen hätten grundsätzlich keine oder nur zu vernachlässigende Nebenwirkungen. Eine Vielzahl von gegenteiligen Beispielen könnte hier angeführt werden, die bei Falschdosierungen zu schweren Vergiftungen bis sogar zum Tode führen würden.
Schließlich: Auch eine von nicht wenigen Schulmedizinern geführte Pauschalkritik bis sogar zur Ablehnung einer Alternativmedizin mit Heilmitteln aus natürlichen Quellen ist  unberechtigt, vor allem, wenn sie sich nur auf ihre aus historischer Sicht objektiv begründbaren Erkenntnisdefizite bezieht. Allein schon mit dem Begriff Alternativmedizin wird häufig bis ausschließlich ein Entweder-oder abgeleitet. Inhaltlich gesehen, wäre eher die Verwendung des Begriffes Komplementärmedizin, also eine ergänzende und zweckgebunden kooperierende Medizin gerechtfertigt. Im Abschnitt 3.3. wird auf diese gesamte Problematik näher eingegangen.

Schließlich brauchen wir die fachlich gesicherten Inhalte von Schul- und Alternativmedizin nicht als Gegensätze, sondern für ein zweckbezogenes Mit- und Füreinander, wie es als Integrative Medizin zunehmend praktiziert wird: Zeigt die Alternativmedizin empirisch bestätigte und dazu wissenschaftsbasierte und klinisch gesicherte Heileffekte, ist ihre diesbezüglich kontrollierte Anwendung voll berechtigt. Ist eine schulmedizinische Behandlung sowohl mit biotechnologisch oder chemisch-synthetisch gewonnenen Pharmaka aus natürlichen Quellen als auch mit reinen Chemotherapeutika oder mit Infektionskrankheiten vorbeugenden Impfstoffen notwendig bis unerlässlich, kann und wird eine Alternativmedizin als zusätzliche integrative Heilmittelbehandlung jederzeit erfolgen.

Abschließend: Uns Autoren ist im Zusammenhang mit der Beurteilung von Behandlungsstrategien sehr wohl bewusst, welche steuernde Rolle Selbstheilungsprozesse und psychische Einflüsse für eine funktionierende Einheit von Geist und Körper spielen. Wir ordnen sie allerdings wohlbegründet und zielgerichtet in das jeweilige Gesamtkonzept ein.

Gleichermaßen möchten wir die Krankheiten  vorbeugende Bedeutung von gesunder Ernährung, angemessenen körperlichen Trainings und der Vermeidung von Nikotin-, Alkohol- und Drogenmissbrauch hervorheben.

Da Anliegen und Inhalt der folgenden Ausführungen vornehmlich einen breiten Leserkreis in verständlicher Form ansprechen sollen, wird weitgehend auf fachwissenschaftlich tiefgehende Erklärungen und Literaturzitate verzichtet. Der konkret interessierte Leser wird allerdings anhand unverzichtbare Fachbegriffe ohne Schwierigkeiten vertiefende Angaben in relevanter gedruckter und digitaler Fachliteratur finden.